Bücher & Spiele

 

Die Bücher aus der Serie "Papa, mach ganz! Spielzeug reparieren leicht gemacht" werden voraussichtlich im Lauf des Jahres 2018 erscheinen. Einzelne Anleitung daraus werden dann auch hier zu finden sein.

Vorgesehene Themen für Bücher und verwandte Produkte:

• Schmutz entfernen
• Geruch entfernen
• Bindung kleben
• Seiten reparieren
• Klappen kleben
• Vorbeugen, Klappen lochen
• Gebrochene Bindungen kleben
• Ausgerissene Seiten binden
• Nasse Bücher trockenlegen
• Elektrische und elektronische Bücher
• Lesestifte: tiptoi, Ting und toystick
• Der Ting-Hörstift ist runtergefallen
• Der toystick-Stift liest einzelne Seiten nicht
• Der tiptoi-Stift geht manchmal nicht
• Der tiptoi-Stift läuft nicht mit Akkus
• Der tiptoi-Stift sagt keinen Ton mehr
• Der tiptoi-Stift ist immer noch leise
• Der tiptoi-Stift sieht nichts
• Der tiptoi-Stift ist voll Knete
• Der tiptoi-Stift erkennt keine Bücher
• Der tiptoi-Stift funktioniert nur manchmal
• Der tiptoi-Stift lässt sich nicht mehr einschalten
• Der tiptoi-Stift lässt sich immer noch nicht einschalten
• Der tiptoi-Stift lässt sich gar nicht einschalten
• Der tiptoi-Stift geht nicht mehr auf
• Schadfraß am tiptoi
• Bücher mit Batterien reparieren oder entsorgen
• Knopfzellen anpassen

Leseprobe:

Elektrische und elektronische Bücher im Vergleich

Hier geht es nicht so sehr um die Reparatur eines Buches, sondern um das elektronische Zubehör zu diesen. Schon lange vor dem E-Book versuchten Verlage neue Märkte durch Elektrifizierung von Kinderbüchern zu erschließen. Gerade Pappkinderbücher eignen sich für dieses Vorhaben, da sich in der dicken Pappe Batterie und Elektronik gut unterbringen lässt. Mit geeigneten Knopfzellen und Mikrochips lassen sich Bilderbücher mit Licht und Geräuscheffekten versehen.

Um das Geflacker und Gepiepse toll zu finden, muss man allerdings schon unter massiv galoppierender Geschmacksverirrung leiden. Mal ganz abgesehen davon, dass Knopfzellen grundsätzlich nicht in Kinderspielzeug gehören, weil sie wie Drops aussehen, sich aber im Magen Heranwachsender ungleich verheerender auswirken. Korrekterweise findet sich auf der Buchrückseite auch der Hinweis, dass dieses Werk nicht in den Hausmüll gehört. Auch nicht in die Altpapiersammlung. Das derart elektrifizierte Buch ist nämlich gar keins mehr sondern Sondermüll.

Weil sich das nicht bewährt hat und die Sound- und Lichteffekte in Bücher technologisch begrenzt sind, wurde der Lesestift erfunden. Für das menschliche Auge kaum sichtbar, sind in den Büchern feine Punktmuster abgedruckt, die von entsprechenden Lesestiften erkannt und mit dem Abspielen zugeordneter Sounddateien quittiert werden. Gegen die Technik ist an sich nichts einzuwenden, da das Buch weiterhin aus Papier oder Pappe bestehen darf und die gesamt Elektronik sich im Lesestift befindet. Eine saubere Materialtrennung und Entsorgung am Ende der Lebensdauer ist somit möglich.

Lesestifte: tiptoi, Ting und toystick

Der Lesestift hat den Vorteil, das er von den Kindern alleine bedient werden kann. Außerdem vermittelt er Informationen, über die vorlesende Eltern nicht unbedingt verfügen. Nicht jeder kennt den Schrei der ostasiatische Sumpfdotterflugschildkröte oder weiß wie Pinguine ihre Fußnägel maniküren. Das ist die eine Sicht der Dinge. Vielleicht sind wir einfach nur zu faul, den Kindern gute Bücher vorzulesen und passende Geräusche selbst zu machen. Daher kaufen wir gerne Spielzeug, mit dem sich der Nachwuchs alleine beschäftigen soll. Ich weiß, ich belle den falschen Baum an. Wer dies liest, gibt sich offensichtlich mehr Mühe. Dann müssen wir nur noch Freunden und Verwandten ausreden, solche vermeintlich pädagogisch wertvollen Spielsachen zu kaufen. Wenn die Kinder wissen wollen wie ein Frosch quakt, einfach mal einen einen passenden Teich besuchen.

Nun hat nicht jeder einen Froschteich in der Nähe, wenn man gerade einen braucht. Als Ergänzung zu anderen Medien und Betreuungsangeboten kann ein Lesestift durchaus hilfreich sein. Allerdings gibt es einige Hürden zu nehmen. Um die Gunst der Käufer, die gerne lesen lassen, buhlen hauptsächlich drei Produkte: der tiptoi von Ravensburger, der toystick von Noris und der Ting von der Himmer AG. Das Funktionsprinzip ist bei allen Stiften gleich. Die zum Buch passenden Audiodateien müssen vorher von der Hersteller-Webseite auf einen PC oder Mac geladen und anschließend per USB-Anschluss auf den Stift kopiert werden. Hat der Stift das entsprechende Buch erkannt, werden die unsichtbaren Punktmuster den passenden Audiodateien zugeordnet und bei Bedarf abgespielt. Das kann ein Geräusch, eine kurze Erklärung, ein längerer Text oder ein Lied sein. Auch einfache interaktive Spiele sind möglich.

Unterschiede gibt es bei den angebotenen Büchern. Während der Ting-Stift von verschiedenen Verlagen unterstützt wird, bieten Ravensburger und Noris nur eigene Bücher und Spiele an. Dadurch hat der Ting das vielfältigste Angebot, der tiptoy bietet bei Büchern ein gewohnt gleichbleibendes Layout und der toystick punktet durch vergleichsweise niedrige Preise. Auch in der Anzahl der verfügbaren Medien bleibt es bei dieser Reihenfolge.

Obwohl er sich von den dreien wohl am Besten verkauft, fällt für mich der tiptoi von Ravensburger etwas ab. Der tiptoi hat als einziger der drei Lesestifte keinen eingebauten Akku, sondern funktioniert mit Standardbatterien. Er funktioniert nicht mit Akkus. Auch die tollen Eneloops-Akkus, die schon manchem Spielzeug, das nicht mit Akkus laufen wollte, zum umweltfreundlichen Betrieb verholfen haben, erklärt der Stift nach kurzer Zeit (1 Buch) reif für die Auswechslung. Auch bei normale Batterien wird nach wenigen Bücher schon vermeldet, dass die diese gewechselt werden müssen. Selbst bei Batterien, die noch 1,3 von ursprünglich 1,5 Volt aufweisen, also als etwa halb leer gelten können, wird der tiptoi nicht müde, zum baldigen Batteriewechsel aufzufordern: "Die Batterien sind bald leer. Bitte wechsle die Batterien nach dieser Spielrunde." Das macht er zwar recht charmant, aber das ist weder umweltfreundlich noch zeitgemäß. Wieso hier das Kind zum Wechseln der Batterien aufgefordert wird, in der Anleitung aber steht: "Das Einfügen der Batterien muss von einem Erwachsenen vorgenommen werden" weiß Ravensburger allein.

Die Software, die man sich für den tiptoi von der Ravensburger-Seite herunterladen muss, kümmert sich um fast alles. Sinnvoll ist, zuerst die Schaltfläche "Info" zu wählen, um herauszufinden, ob die Stiftsoftware aktuell ist. Bei gebraucht gekauften Stiften kann man hier die bereits vorhandenen Audio-Dateien prüfen. Das Laden und Löschen der Audio-Dateien, geschieht unter dem Menü-Punkt "Verwalten". Beim toystick ist der Stift einfach ein Laufwerk am PC, die Dateien müssen manuell heruntergeladen und auf den Stift kopiert werden. Die Ting-Software ist ähnlich komfortabel. Beim toystick muss man alles manuell selbst machen. Kinder und manche Erwachsene dürften daran scheitern.

Als Alleinstellungsmerkmal verfügt der toystick über die Möglichkeit, eigene Aufnahmen aufzuzeichnen und beim Tippen auf bestimmte Etiketten wieder abzuspielen. Dadurch wird der Lesestift zum Diktiergerät. Nett. Der Ting kann wiederum MP3-Dateien abspielen. Was Klangqualität und Bedienungskomfort angeht, gibt es sicher bessere MP3-Player. Das aktuelle Modell, der "Ting smart", das seit 2013 erhältlich ist, verfügt über diese Funktion nicht mehr und hat entsprechend weniger Bedienelemente. Das alte Modell wird jetzt als "Ting classic" bezeichnet.

Auch in der Kapazität fällt der tiptoi gegenüber seinen Mitbewerbern ab. Er kann etwa 25 Titel gleichzeitig laden, während der toystick deutlich mehr Bücher speichern kann. Das ist allerdings nicht wirklich ein gravierender Mangel, wenn man bedenkt, dass man für 25 Titel (Bücher und Spiele) etwa 500 ? investieren müsste. Bücher können jederzeit gelöscht und wieder aufgespielt werden. Der Ting hat zwar fast 4 mal soviel Speicher, kann aber laut Hersteller durchschnittlich nur 10 - 15 Titel speichern. Der tiptoi liegt gegenüber seinen schlankeren Mitbewerbern etwas klobig in der Hand. Beim Klang macht der tiptoi auch keine gute Figur. Während der toystick mit 2 Lautsprechern punktet wurde beim tiptoi am falschen Ende gespart. Der verzerrende oder ganz defekte Lautsprecher scheint auch der häufigste Grund für Reklamationen beim tiptoi zu sein.

Vielleicht sollte man keine Hardware an gedruckte Bücher halten müssen, sondern die Verlage sollten besser gleich brauchbare und informative E-Books für Kinder auf den Markt bringen. Unterm Strich hat der schlechteste Lesestift die Nase vorn. Der tiptoi hat mit den Büchern aus der "Wieso, Weshalb, Warum?"-Reihe das beliebteste Produkt. Dagegen fallen die Angebote von Norris optisch und inhaltlich deutlich ab. Beispiel Rotkäppchen: "Wo ist der größte Pilz?" Das Kind soll den Pilz auswählen, den Rotkäppchen in der Hand hat, obwohl dahinter zwei Pilze zu sehen sind, die größer sind. Dass Rotkäppchen aussieht, als sei es eben einem Manga-Comic entsprungen, kommt noch erschwerend hinzu. Beim Ting ist die Qualität der Bücher nicht einheitlich, weil diese von vielen verschiedenen Verlagen kommen.

Den tiptoi und den toystick kann man gut auseinandernehmen und gegebenenfalls reparieren, zum Beispiel defekte Lautsprecher, Schalter oder Buchsen austauschen. Der Ting ist komplett verklebt. Um an die Innereien des Stifts zu kommen, müsste man ihn zerstören.



Bitte unbedingt die Sicherheitshinweise beachten.



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